Flüssigkeit des Kundenparcours‘, Conversational Commerce dank der sozialen Medien, Emotionsanalyse, Leidenschaft der Mitarbeiter… Das sind die ersten 4 der neuen Haupttrends im Einzelhandel, gemäß den Beobachtungen der Agentur Havas Paris laut Shopper Observer 2017, vorgestellt auf der Paris Retail Week. Und hier kommen die 3 weiteren Trends, die den Handel der Zukunft bestimmen werden:

5. Von Hard Selling zu Soft Selling: Wie lässt sich Handelseffizienz neu erfinden?

Die Zahlen sprechen für sich:

  • 71% der Verbraucher sind der Ansicht, dass es die Marken kaum schaffen, ihr Interesse zu wecken.
  • 66% der unter 35-Jährigen wünschen sich Geschäfte, in denen sie mehr tun können, als nur einzukaufen.
  • 70% der 18-34-Jährigen möchten im Geschäft vielseitige und interessante Erfahrungen machen.

Die Kauferfahrung steht im Zentrum des Ganzen und kommt vor dem Produkt und der reinen Handelsstrategie.

Zahlreiche Marken haben das bereits erkannt und ihre Geschäfte zu echten Lebensräumen gemacht. In den Vereinigten Staaten hat Urban Outfitters die „UO Spaces“ geschaffen, Live Stores, in denen Konzerte, Kunstgalerien, Verpflegungsbereiche oder sogar ein Frisörladen angeboten werden…. All das mitten zwischen Bekleidungskollektionen.

Auch der Gigant Apple möchte seine Geschäfte zu „Gemeinschaftsbereichen“ machen und beginnt damit, alle Läden umzubenennen.

Doch dieser Ansatz betrifft nicht nur die Markenführer. Challenger-Brands sehen in diesem neuen Trend eine Chance, sich abzuheben: So hat z.B. TOMS Shoes Verkaufsräume entwickelt, die eher Cafes ähneln als Läden.

In Europa wurde kürzlich eine sehr originelle Ladenform kreiiert: Der in Genf geschaffene Concept Store Foound umfasst Startups, Barbier, Bar, Tatoo-Shop, Restaurant, Kunstbereich…

Und blickt man einmal nach Frankreich, so stellt die zur Leroy Merlin-Gruppe gehörende Marke Zôdio ein perfektes Beispiel dar. Wenn Sie Französisch sprechen, Sehen Sie sich doch noch einmal die Reportage der Sendung Capital vom Sonntag, dem 25.09.2017 an (ab 01h13mn).

Ihr Hauptgedanke? Wenn Verbraucher Zeit in einem Laden verbringen, dann werden sie auch Produkte kaufen. Die Idee besteht nicht darin, die Verbraucher zu übermäßigem Konsum zu drängen, sondern sie bestmöglich zu beraten und sie zum Wiederkommen zu motivieren.

6. Von der Verantwortung zum Aktivismus: Wenn sich Marken engagieren

79% der Verbraucher glauben, Unternehmen haben die Pflicht, sich für die Gesellschaft einzusetzen: Die Unternehmen sind immer häufiger bereit, mehr gesellschaftliche und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Viele von ihnen engagieren sich auf diesem Weg: Solvay, das international führende Chemieunternehmen, hat beschlossen, dass alle Arbeitnehmer dieselben sozialen Vergünstigungen bekommen müssen, unabhängig von den im jeweiligen Land geltenden Gesetzen. IKEA hat unlängst in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz in seinem norwegischen Showroom ein typisch syrisches Haus nachgebildet, um die Besucher für den Krieg in Syrien und die Flüchtlingskrise zu sensibilisieren; und EDEKA hat beschlossen, einen Supermarkt von allen Auslandsartikeln zu befreien, um zu zeigen, wie trist die Welt ohne Vielfalt wäre.

In Frankreich gehört Biocoop zu den gesellschaftlich am stärksten engagierten Unternehmen: Abgesehen von seinem Kampf gegen Pestizide engagiert es sich auch vehement in den Bereichen Staatsbürgerrecht und Politik. Wenige Tage vor dem 1. Durchgang der französischen Wahlen startete Biocoop die Website biocoop2017.fr, auf der die Bürger aufgefordert werden, politische Maßnahmen oder Reformideen vorzuschlagen. Das Schlagwort? “Weil Biocoop mehr ist als eine für die Gesellschaft engagierte und aktivistische Marke, nämlich ein echtes politisches Projekt”.

In den Vereinigten Staaten haben die Präsidentschaftswahlen des vergangenen Jahres und Präsident Trumps erste Monate im Weißen Haus die Marken ebenfalls zu vermehrtem Engagement motiviert: Urban Outfitters brachte Pro-Clinton und Anti-Trump-Produkte in den Verkauf, der ex-CEO von Starbucks sprach sich klar gegen die Rede Präsidenten aus und bot an, in den 75 Ländern, in denen die Marke vertreten ist, Flüchtlinge einzustellen…

7. Von einem Supermodell zum nächsten: Hybridisierung als Schlagwort

71% der Verbraucher wünschen sich, dass in Zukunft alle Produkte ebenso leicht im Internet erhältlich sind wie in pyhsischen Verkaufsstellen.. Doch anders als man glauben könnte, ist der e-Commerce nicht das ideale Modell; und der pyhsische Handel auch nicht. Ideal wäre eine Mischung aus diesen beiden Modellen, das „Supermodell“, eine Kreuzung aus offline und online.

Einerseits bauen die großen Einzelhandelsunternehmen ihre Onlinepräsenz aus: Walmart versucht, mit einer Ausweitung seines Angebots, einem Lieferangebot ab 35 € und dem Zusammenschluss mit Google das Amazon-Modell nachzuahmen. Das Unternehmen geht sogar noch ein Stück weiter und testet derzeit die Direktzustellung in den Kühlschrank der Verbraucher während ihrer Abwesenheit, dank eines vernetzten Schließsystems. In Frankreich bietet Carrefour künftig in Paris Lieferungen innerhalb von 1 Stunde an, als Gegenstück zur Expresszustellung von Amazon.

Und andererseits wünschen sich 57% der Verbraucher, dass die großen digitalen Unternehmen physische Verkaufsstellen eröffnen.. So investieren die Digitalriesen in Brick and Mortar: Amazon erwirbt WholeFoods und testet ein Drive-in in den USA: Amazon Fresh Pick up, bei dem online bestellt und die Bestellung fünfzehn Minuten später im Drive-in abgeholt werden kann. Vor der Übernahme durch die Galeries Lafayette eröffnete La Redoute Läden und Verkaufsecken in den Kaufhäusern.

Stärker digitalisiert, näher am Verbraucher, besser eingebettet, humaner: Hybridhandel scheint das neue Modell zu sein, das alle Unternehmen annehmen sollten, wenn sie noch das Interesse der internationalen Verbraucher erregen möchten.

Cross-border Ecommerce in Europe

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Übersetzung und Website-Lokalisierung: Best Practices

Flüssigkeit des Kundenparcours‘, Conversational Commerce dank der sozialen Medien, Emotionsanalyse, Leidenschaft der Mitarbeiter… Das sind die ersten 4 der neuen Haupttrends im Einzelhandel, gemäß den Beobachtungen der Agentur Havas Paris laut Shopper Observer 2017, vorgestellt auf der Paris Retail Week. Und hier kommen die 3 weiteren Trends, die den Handel der Zukunft bestimmen werden:

5. Von Hard Selling zu Soft Selling: Wie lässt sich Handelseffizienz neu erfinden?

Die Zahlen sprechen für sich:

  • 71% der Verbraucher sind der Ansicht, dass es die Marken kaum schaffen, ihr Interesse zu wecken.
  • 66% der unter 35-Jährigen wünschen sich Geschäfte, in denen sie mehr tun können, als nur einzukaufen.
  • 70% der 18-34-Jährigen möchten im Geschäft vielseitige und interessante Erfahrungen machen.

Die Kauferfahrung steht im Zentrum des Ganzen und kommt vor dem Produkt und der reinen Handelsstrategie.

Zahlreiche Marken haben das bereits erkannt und ihre Geschäfte zu echten Lebensräumen gemacht. In den Vereinigten Staaten hat Urban Outfitters die „UO Spaces“ geschaffen, Live Stores, in denen Konzerte, Kunstgalerien, Verpflegungsbereiche oder sogar ein Frisörladen angeboten werden…. All das mitten zwischen Bekleidungskollektionen.

Auch der Gigant Apple möchte seine Geschäfte zu „Gemeinschaftsbereichen“ machen und beginnt damit, alle Läden umzubenennen.

Doch dieser Ansatz betrifft nicht nur die Markenführer. Challenger-Brands sehen in diesem neuen Trend eine Chance, sich abzuheben: So hat z.B. TOMS Shoes Verkaufsräume entwickelt, die eher Cafes ähneln als Läden.

In Europa wurde kürzlich eine sehr originelle Ladenform kreiiert: Der in Genf geschaffene Concept Store Foound umfasst Startups, Barbier, Bar, Tatoo-Shop, Restaurant, Kunstbereich…

Und blickt man einmal nach Frankreich, so stellt die zur Leroy Merlin-Gruppe gehörende Marke Zôdio ein perfektes Beispiel dar. Wenn Sie Französisch sprechen, Sehen Sie sich doch noch einmal die Reportage der Sendung Capital vom Sonntag, dem 25.09.2017 an (ab 01h13mn).

Ihr Hauptgedanke? Wenn Verbraucher Zeit in einem Laden verbringen, dann werden sie auch Produkte kaufen. Die Idee besteht nicht darin, die Verbraucher zu übermäßigem Konsum zu drängen, sondern sie bestmöglich zu beraten und sie zum Wiederkommen zu motivieren.

6. Von der Verantwortung zum Aktivismus: Wenn sich Marken engagieren

79% der Verbraucher glauben, Unternehmen haben die Pflicht, sich für die Gesellschaft einzusetzen: Die Unternehmen sind immer häufiger bereit, mehr gesellschaftliche und ökologische Verantwortung zu übernehmen. Viele von ihnen engagieren sich auf diesem Weg: Solvay, das international führende Chemieunternehmen, hat beschlossen, dass alle Arbeitnehmer dieselben sozialen Vergünstigungen bekommen müssen, unabhängig von den im jeweiligen Land geltenden Gesetzen. IKEA hat unlängst in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz in seinem norwegischen Showroom ein typisch syrisches Haus nachgebildet, um die Besucher für den Krieg in Syrien und die Flüchtlingskrise zu sensibilisieren; und EDEKA hat beschlossen, einen Supermarkt von allen Auslandsartikeln zu befreien, um zu zeigen, wie trist die Welt ohne Vielfalt wäre.

In Frankreich gehört Biocoop zu den gesellschaftlich am stärksten engagierten Unternehmen: Abgesehen von seinem Kampf gegen Pestizide engagiert es sich auch vehement in den Bereichen Staatsbürgerrecht und Politik. Wenige Tage vor dem 1. Durchgang der französischen Wahlen startete Biocoop die Website biocoop2017.fr, auf der die Bürger aufgefordert werden, politische Maßnahmen oder Reformideen vorzuschlagen. Das Schlagwort? “Weil Biocoop mehr ist als eine für die Gesellschaft engagierte und aktivistische Marke, nämlich ein echtes politisches Projekt”.

In den Vereinigten Staaten haben die Präsidentschaftswahlen des vergangenen Jahres und Präsident Trumps erste Monate im Weißen Haus die Marken ebenfalls zu vermehrtem Engagement motiviert: Urban Outfitters brachte Pro-Clinton und Anti-Trump-Produkte in den Verkauf, der ex-CEO von Starbucks sprach sich klar gegen die Rede Präsidenten aus und bot an, in den 75 Ländern, in denen die Marke vertreten ist, Flüchtlinge einzustellen…

7. Von einem Supermodell zum nächsten: Hybridisierung als Schlagwort

71% der Verbraucher wünschen sich, dass in Zukunft alle Produkte ebenso leicht im Internet erhältlich sind wie in pyhsischen Verkaufsstellen.. Doch anders als man glauben könnte, ist der e-Commerce nicht das ideale Modell; und der pyhsische Handel auch nicht. Ideal wäre eine Mischung aus diesen beiden Modellen, das „Supermodell“, eine Kreuzung aus offline und online.

Einerseits bauen die großen Einzelhandelsunternehmen ihre Onlinepräsenz aus: Walmart versucht, mit einer Ausweitung seines Angebots, einem Lieferangebot ab 35 € und dem Zusammenschluss mit Google das Amazon-Modell nachzuahmen. Das Unternehmen geht sogar noch ein Stück weiter und testet derzeit die Direktzustellung in den Kühlschrank der Verbraucher während ihrer Abwesenheit, dank eines vernetzten Schließsystems. In Frankreich bietet Carrefour künftig in Paris Lieferungen innerhalb von 1 Stunde an, als Gegenstück zur Expresszustellung von Amazon.

Und andererseits wünschen sich 57% der Verbraucher, dass die großen digitalen Unternehmen physische Verkaufsstellen eröffnen.. So investieren die Digitalriesen in Brick and Mortar: Amazon erwirbt WholeFoods und testet ein Drive-in in den USA: Amazon Fresh Pick up, bei dem online bestellt und die Bestellung fünfzehn Minuten später im Drive-in abgeholt werden kann. Vor der Übernahme durch die Galeries Lafayette eröffnete La Redoute Läden und Verkaufsecken in den Kaufhäusern.

Stärker digitalisiert, näher am Verbraucher, besser eingebettet, humaner: Hybridhandel scheint das neue Modell zu sein, das alle Unternehmen annehmen sollten, wenn sie noch das Interesse der internationalen Verbraucher erregen möchten.

Cross-border Ecommerce in Europe