Es dürfte nur noch wenige Onlinehändler geben, denen der Black Friday kein Begriff ist. Dieses Jahr läuft er am 23. November an. Der ursprünglich aus den Vereinigten Staaten kommende Black Friday bildet den Auftakt der Shopping-Saison zum Jahresende und ist international, aber inzwischen auch besonders in Europa, zu einem Einkaufsevent utopischer Dimensionen avanciert. Allein der Gedanke an Rabatte weckt selbst bei den bescheidensten Kunden die Kauflaune. Somit ist es nicht verwunderlich, dass der Black Friday auch in Deutschland ein wichtiger Stichtag für Verbraucher und Händler geworden ist. So hatte der Black Friday bereits 2017 in der Bundesrepublik für Umsätze von ca. 1,7 Milliarden Euro gesorgt.

Dank  seiner zunehmenden Popularität bietet er den perfekten Kontext um neue Kunden zu gewinnen und ausländische Märkte zu erschließen. Vor allem für jene, die im Bereich E-Commerce zu Hause sind.


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Der Black Friday in Kurzfassung

Durch und durch verkaufsorientiert

Der Black Friday findet am vierten Freitag im November, am Tag nach dem amerikanischen Thanksgiving statt. Wie eine Institution aus Übersee in unseren Kreisen derart hohe Wellen schlagen kann, beginnt der Rest der Welt nun langsam zu verstehen: Verbraucher machen Schnäppchen, Händler verkaufen gewinnbringend ihre Lagerbestände, vergrößern ihren Kundenstamm und kurbeln manchmal sogar ihre internationale Expansion an. Dies ist vor allem dank der sich immer weiter ausdehnenden Reichweite und Diversität des E-Commerce möglich.

An diesem besonderen Freitag gibt es keine Grenzen im Internet, die Verbraucher suchen nach den besten Angeboten, wo auch immer sie sind. Welche die beliebtesten Bestell-Kategorien darstellen, hat das digital magazin anschaulich zusammengefasst. Aus einer Erhebung für 2017 wird deutlich, dass weltweit der Bereich Mode (31,9% aller Einkäufe) die größte Nachfrage aufweist. Gefolgt von Sportartikeln (12,6%) und Elektronik (10,3%).

Einige Anbieter verstehen es inzwischen sehr gut, das, was ursprünglich nur als ein einzelner Rabatt-Tag gedacht war, auf ein Maximum auszudehnen. Der Black Friday wird immer häufiger von einer Black-Friday-Week eröffnet und dann von einem Cyber-Wochenende abgelöst, das wiederum dem Cyber-Montag vorausgeht. Vor allem hier ist die Trendwende zum Digitalen zu spüren, da diese „Cyber-Tage“ beinahe ausschließlich auf den E-Commerce ausgelegt sind.

Ein überzeugendes Beispiel, wie Händler ihre Sales-Aktionen auf diese Weise marketingwirksam zelebrieren, ist der Onlinehändler Amazon, der weltweit verlockende Sonderangebote auffährt. So auch in Deutschland. Anstatt sich bei Rabatt- und Verkaufsaktionen auf lediglich einen einzigen Tag zu fokussieren, hatte Amazon eine komplette Woche an Spezialangeboten für sein Klientel eingerichtet und kam auf eine Angebotsspanne von über 50.000 Produkten.

Der Black Friday weltweit

Amerika ungeschlagen, China differenziert, Europa holt auf

Der Black Friday verursacht in Kanada sowie in den Vereinigten Staaten solchen Ansturm, dass Online- und stationäre Händler ihre Bestände absichtlich begrenzen und diese schnell ausverkauft sind.  Die Botschaft, die Händler zu kommunizieren versuchen: Nicht jeder kann auf seine Kosten kommen. 2017 haben von 154 Millionen teilnehmenden Amerikanern 108 Millionen ihre Einkäufe online getätigt. Was weniger erstaunt, ist dass der Großteil der Käufer der Altersspanne von 18-32 zuzuordnen ist.

Und wie verhält es sich mit dem Rest der Welt?

Infografik über Suchinteresse für Black Friday und Cyber Monday

Das Suchinteresse und somit das Bewusstsein für den Black Friday ist seit ca. 15 Jahren in stetigem Wachstum. Nichtsdestotrotz kann man regional deutliche Unterschiede in der Handhabe und Vermarktung feststellen.

Wie so häufig wählt China einen individuellen Ansatz, um dem Konzept des Black Friday ein eigenes kulturelles Branding zu verpassen. Der bereits vorher vor Ort bekannte Singles Day, ein Tag der allen Singles gewidmet ist, findet jedes Jahr am 11.11. statt und ist mittlerweile  zu einem der größten Shopping-Tage des Landes geworden. Vor allem bemerkenswert in China: Bereits 2016 wurden 82% der Einkäufe auf mobilen Endgeräten durchgeführt. Was ebenfalls im Kontrast zu den westlichen Ländern steht, ist das Durschnittsalter der Käufer. 75% aller mobilen Käufe wurden von Konsumenten unter 35 durchgeführt. Was kaum jemanden überraschen wird, der schon einmal etwas direkt aus China bestellt hat, ist dass Alibaba.com hier als größter lokaler Online-Händler ins Rennen ging. Innerhalb der ersten 18 Stunden konnte die Plattform Abverkäufe im Wert von 15 Milliarden Dollar vorweisen.

Europa zeigt ähnliche Tendenzen wie seine großen Nachbarn, spielt aber in Sachen Größenordnung in einer ganz anderen Liga. Im Vereinigten Königreich beispielsweise, hat der Black Friday den Boxing Day als größtes kommerzielles Event abgelöst. Wie auch in anderen Märkten spielt im United Kingdom das E-Commerce-Geschäft eine entscheidende Rolle, wobei der Großteil der Verkäufe dort aus dem Elektronikbereich stammt. Allerdings scheint hier der durchschnittliche Käufer besonders preisbewusst einzukaufen. In 2016 hatte Vouchercloud einen Traffic-Zuwachs von 208% ab 5 Uhr morgens festgestellt.

Ich bin Händler, wie plane ich meinen Black Friday richtig?

Die Teilnahme am Black Friday ist eine Sache, ihn zu einem geschäftlichen Erfolg zu machen, eine andere. Und täuschen Sie sich nicht, ein produktiver Black Friday ist mittlerweile beinahe unverzichtbar für ein erfolgreiches Jahresende geworden.

1. Grundidee und Angebotsspanne

Der Black Friday ist gleichbedeutend mit Sonderangeboten. Somit bleibt eigentlich nur noch die Frage, welche Angebote Sie selbst machen können. Machen Sie eine Bestandsaufnahme der zu verkaufenden Produkte und denken Sie daran, dass es bei dem Konzept mehr um Werbung und Veräußerung der Lagerbestände als um Gewinnspannen geht. Seien Sie vorsichtig, wenn Sie die Sonderangebote über die gesamte Dauer verteilen und achten Sie darauf, Ihre Kunden mit wechselnden Angeboten bei der Stange zu halten.  Gutscheincodes, Schnäppchenpreise, Blitzverkäufe und Gewinnspiele – variieren Sie ebenfalls Ihre Verkaufsmethoden!

2. Zeiträume planen und international koordinieren

Der Black-Friday-Schlussverkauf ist ein internationales Ereignis und die ideale Gelegenheit, Verbraucher zu erreichen, die normalerweise nicht zu erreichen sind. Wie wir allerdings schon gelesen haben, kann die Wahrnehmung und Ausprägung der Verkaufsspannen regional sehr unterschiedlich ausfallen.

Je nach Verkäufer und Land kann der Schlussverkauf Anfang der Woche, am Mittwochabend oder Donnerstagnacht beginnen. Gleichermaßen kann dieser eben auch am Freitag um Mitternacht enden, dass ganze Wochenende dauern und/oder am Cyber-Montag fortgesetzt werden. So wird beispielsweise in Frankreich, statistisch gesehen, der größte Umsatz am Freitagabend um 21.00 Uhr erzielt. In Italien hingegen um 14:00 Uhr.

Egal, welche Entscheidung Sie treffen, überlegen Sie sich genau, wie Sie ihre Schlussverkäufe international organisieren wollen, damit Sie mehrere Zeitzonen erreichen und effektiv abdecken. Weitere Aspekte, auf die Sie unbedingt achten sollten:

3. Solide Technik und Backup-Strategien

Ein erfolgreicher Black Friday zeichnet sich durch einen außergewöhnlichen oder gar völlig unerwarteten Kundenansturm aus. Vor allem online kann dies zu Komplikationen führen. Maximale Shopauslastungen und Abstürze von Websites sind vorprogrammiert. Treffen Sie vorab Vorkehrungen und informieren Sie das Techniker-Team über etwaige Engpässe. Zudem ist es ratsam, interaktive Warteschlangen einzurichten und Fallback-Webseiten mit temporären Shops vorzubereiten. Ebenfalls sehr empfehlenswert (sofern von Ihnen noch nicht eingerichtet und angelehnt an Ihr Klientel) sind responsive Shops, die Ihren Kunden Einkäufe mit dem Handy ermöglichen und einen stetig wachsenden Anteil am Gesamtvolumen ausmachen.

4. Kommunikation und Kreativität

Eine Sonderaktion ist nichts ohne treffende und zielführende Kommunikation: Um Kunden zu gewinnen, müssen Sie sie informieren. Erstellen Sie attraktive digitale und/oder gedruckte Visuals und verbreiten Sie diese in den sozialen Netzwerken über organisierte und gezielte Marketingkampagnen. Überarbeiten Sie zudem rechtzeitig die Graphiken Ihrer Website, um das Ereignis anzukündigen, indem Sie Banner oder einen Countdown anzeigen. Erinnerungs-E-Mails oder Benachrichtigungen können ebenfalls sehr vielversprechende Ergebnisse erzielen.

Der Black Friday ist heutzutage bereits mehr als nur eine Gelegenheit, platzraubende Lagerbestände zu verkaufen. Er bietet die Möglichkeit, neue Kundenstämme zu erschließen, Verkaufsstrategien zu testen und insgesamt sein Geschäft international zu expandieren. Erreichen Sie ein neues Publikum, machen Sie sich bekannt und erobern Sie ausländische Märkte mit einer internationalen Expansionsstrategie!

Best Practices zur Übersetzung und Lokalisierung der Website

 

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