Während der Eröffnungsveranstaltung der Paris Retail Week präsentierte David Mingeon, der CEO von Havas Paris, die Ergebnisse der diesjährigen Shopper Observer Studie. Eine gute Gelegenheit, mehr über die Vorteile und den Nutzen von stationären Ladengeschäften zu erfahren, die nicht mehr als bloße Schaufenster dienen, sondern auch als Markenbotschafter wahrgenommen werden. Der stationäre Handel wird als „Place of Truth“ betrachtet und muss sich ebenso ökologisch verantwortungsbewusst wie smart und interaktiv präsentieren, dabei aber gleichzeitig den Weg zu einem gesellschaftlich engagierteren Einzelhandel aufzeigen. Rückblick auf die neue Bilanz zwischen Offline- und Online-Handel im Lichte von David Mingeons Ausführungen und den Äußerungen vier weiterer CEOs.


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„Einzelhändler müssen Grenzen verschieben.“

David Mingeon, Stellvertretender Geschäftsführer von HAVAS PARIS

Eine Markenvision für ökologische Nachhaltigkeit

Wie gut hat der Einzelhandel die ökologischen Herausforderungen gemeistert?

Seit einiger Zeit versuchen immer mehr Verbraucher durch den „Boykott“ umweltschädlicher Marken oder die Vermeidung von Waren in Plastikverpackungen, die Umwelt zu schonen. Unternehmen bleibt nichts anderes übrig, als ihr Vorgehen an die Erwartungen der Kunden anzupassen, die zudem davon überzeugt sind, dass ihre Art zu konsumieren stärkere Auswirkungen auf die Zukunft hat als politische Entscheidungen. 60% der Verbraucher sind der Ansicht, dass Unternehmen bei der Schaffung einer besseren Zukunft eine wichtigere Rolle zukommt als der Regierung.

Einige Unternehmen haben sich entschieden, die Dinge jetzt selbst in die Hand zu nehmen. Das trifft beispielsweise auf Le Bon Coin zu, Frankreichs wichtigstes Kleinanzeigen-Portal, das aktiv die Mülltrennung fördert. Der Kauf von Gebrauchtwaren gleicht den Kauf von Neuware aus. „Dank dieses Ausgleichseffekts werden 8 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart„, erklärt Antoine Jouteau, CEO von Le Bon Coin. Gleiches gilt für Maison Standard, ein französisches Modeunternehmen, das bei der Vermeidung von Vorratsproduktion und der Anregung von Umweltschutzmechanismen aktiv geworden ist sowie für Camif, eine französische Unternehmensgruppe, die nachhaltigen Konsum fördert, indem sie bei ihren Produktbestandteilen auf vollständige Transparenz setzt.

Als Teil dieser Entwicklung wächst der Secondhand-Markt rasant …

Nachhaltigkeit und Respekt vor der Umwelt sind zu einem entscheidenden Kaufkriterium geworden und der „Secondhand„-Markt befindet sich auf Erfolgskurs. Heute gibt bereits jeder zweite Verbraucher an, in den letzten sechs Monaten gebrauchte Produkte gekauft zu haben. Eine mögliche Erklärung könnte im starken Boom von Unternehmen liegen, die auf den Wiederverkauf von Produkten spezialisiert sind, wie beispielsweise das französische Online-Portal Vinted, das derzeit auf dem 12. Platz im Fevad-Ranking (Ranking des französischen Verbands für E-Commerce) liegt. Wir beobachten auch das Entstehen von eigenen Verkaufsbereichen („Corners“) für Gebrauchtwaren in Geschäften, die sonst nur Neuware verkaufen, wie z.B. bei FNAC oder Auchan.

Wir befinden uns am Beginn einer neuen Konsum-Ära, deren Konsummuster sich grundlegend von denen vor 5 Jahren unterscheiden. Marken und Handelsketten müssen eine Art „schizophrenes“ Verhalten an den Tag legen, d.h. sie müssen aus dem Kundenwunsch, besser und weniger zu konsumieren, einen Wachstumshebel für das eigene Unternehmen generieren.

80% der Verbraucher sind der Meinung, dass der Handel eine viel zu hohe Umweltverschmutzung verursacht während 55% glauben, dass es immer noch möglich sei, weiter wie bisher zu konsumieren, ohne die Umwelt zu zerstören.

Konsequente Werteorientierung im Handel

In jüngster Zeit erwarten Verbraucher von Unternehmen ebenfalls, dass sie konsequente Positionen einnehmen – insbesondere im Einzelhandel.

Jedes Unternehmen zeigt seine Konsequenz dabei auf ganz eigene Art. Der Unternehmensgruppe Camif ist es wichtig, den Black Friday zu boykottieren, der sich für ihren Chef Emery Jacquillat als eine „Zeit übermäßigen Konsums“ darstellt. Deshalb blieben die Türen seines Unternehmens zu diesem Anlass geschlossen. Die Unternehmenszielsetzung von Le Bon Coin war bereits von Anfang an einzigartig – sie lautet: Absatzsteigerung von Gebrauchtprodukten. „Im Jahr 2028 wird die Anzahl der Secondhand-Käufe die Zahl der Neukäufe übertreffen“ erklärt Antoine Jouteau, CEO von Le Bon Coin.

Das große Comeback des Ausprobierens

Ein weiterer wichtiger, bereits bekannter Trend ist das Revival des eigenhändigen Begutachtens. 82% der Verbraucher meinen, dass eine ihrer größten Freuden beim Einkauf im Anfassen und Ausprobieren der Produkte besteht, bevor sie zum „Kaufen“ übergehen. Infolgedessen werden stationäre Läden wieder in Mode kommen und könnten langfristig mehr Verbraucher anziehen als der reine E-Commerce (der eine Zeit lang DIE Handelsrevolution schlechthin war).

Retailer wie Le Bon Coin sprechen sich dennoch nicht unbedingt für eine Rückkehr dieses Phänomens aus, das Antoine Jouteau auch keineswegs nachhaltig findet. Für ein 100%iges Online-Unternehmen wie Camif sieht die Sache jedoch ganz anders aus: Emery Jacquillat ist nicht zwingend dagegen. Da Retouren möglichst stark begrenzt werden müssen, um unseren Planeten zu erhalten, liegt es Emery Jacquillat am Herzen, Testmöglichkeiten vor dem Kauf zu schaffen, weil der direkte Kontakt zum Produkt extrem wichtig ist. Deshalb hat er 2016 einen Service namens „In Ihrer Nachbarschaft“ eingerichtet, der Verbrauchern die Gelegenheit gibt, ihr zukünftiges Sofa bei einem in der Nähe wohnenden Nachbarn zu testen. Eigenes Ausprobieren bleibt somit ein unbestreitbarer Vorteil des Shop-Erlebnisses!

Künstliche Intelligenz im Einsatz für den stationären Handel

Während 64% der Verbraucher glauben, dass KI Händlern helfen kann, Kundenbedürfnisse besser zu verstehen, befürchten 81%, dass der Handel dadurch entmenschlicht wird. Dennoch sind Verbraucher der Meinung, dass KI sie durch Einkaufsempfehlungen unterstützen oder ihnen beim Delegieren des Einkaufs helfen kann.

Aber wie sollen wir damit umgehen? Ist KI wirklich so effizient? Laut Emery Jacquillat wird KI in Europa bislang kaum eingesetzt (oder zu wenig im Vergleich zu anderen Regionen der Welt). Sie gilt als Störfaktor bei der Datenerfassung, vor dem man sich in Acht nehmen sollte. Deshalb verwendet er sie nicht bei seinen Produkten, da für ihn Technologie gleich geplanter Obsoleszenz ist “ und auch Spionage bedeutet. Genauso sieht es auch Uriel Karsenti, der Gründer und CEO von Maison Standard, der die Ansicht vertritt, dass der KI-Einsatz von Unternehmen nicht unbedingt intelligent ist.

Von Bytes zu Beton …

Kommen wir zum neuesten Trend. Der stationäre Handel beginnt sich zu erholen und baut sich ein neues Image auf, das viel größeren Wert auf Ästhetik legt. Seine Revitalisierung zeigt sich auf allen Ebenen – ob im Design, in unterschiedlichen Formen und Konzeptionen oder bei der User Experience. Dieser neu belebte stationäre Handel lässt sich von Retailern mit digitaler Vorgeschichte inspirieren. Tatsächlich finden 69% der Verbraucher, dass Brands aus der digitalen Welt Ladengeschäfte neu erfinden und dass Marken, die nur online präsent sind, physische Verkaufsstellen eröffnen sollten.

Abgesehen vom Design deuten auch andere Aspekte des stationären Handels darauf hin, dass er effizienter als der Onlinehandel bleiben wird. Auf diesen Umstand macht auch Uriel Karsenti vom Unternehmen Maison Standard aufmerksam, indem er darauf hinweist, dass Kundengewinnung auf digitaler Ebene wesentlich schwieriger sei.

Für Le Bon Coin dagegen ist es undenkbar, auf stationären Handel umzusteigen; das würde ihrer Marken-DNA diametral zuwiderlaufen. Dennoch verschließt sich Antoine Jouteau nicht der Idee, mit anderen Unternehmen zu kooperieren, die bereits physische Verkaufsstellen haben. Ähnliches gilt auch für Emery Jacquillat von Camif, der ein Corner-Konzept bevorzugen würde, d. h. eine innerhalb eines anderen Ladengeschäfts integrierte Verkaufszeile, statt selbst stationäre Läden aufzubauen, was er für uninteressant hält.

 

Wenn man David Mingeon und den anderen auf dieser Eröffnungsveranstaltung anwesenden Unternehmern Glauben schenken mag, stehen wir am Beginn einer neuen Ära, in der sich Marken ebenso wie Verbraucher zunehmend um ein zentrales und für alle entscheidendes Thema sorgen: die Erhaltung unserer Umwelt. Der Einzelhandel steht am Anfang eines langen Weges des Wandels.

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Internationalisierung deutscher E-Commerce

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Während der Eröffnungsveranstaltung der Paris Retail Week präsentierte David Mingeon, der CEO von Havas Paris, die Ergebnisse der diesjährigen Shopper Observer Studie. Eine gute Gelegenheit, mehr über die Vorteile und den Nutzen von stationären Ladengeschäften zu erfahren, die nicht mehr als bloße Schaufenster dienen, sondern auch als Markenbotschafter wahrgenommen werden. Der stationäre Handel wird als „Place of Truth“ betrachtet und muss sich ebenso ökologisch verantwortungsbewusst wie smart und interaktiv präsentieren, dabei aber gleichzeitig den Weg zu einem gesellschaftlich engagierteren Einzelhandel aufzeigen. Rückblick auf die neue Bilanz zwischen Offline- und Online-Handel im Lichte von David Mingeons Ausführungen und den Äußerungen vier weiterer CEOs.


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David Mingeon, Stellvertretender Geschäftsführer von HAVAS PARIS

Eine Markenvision für ökologische Nachhaltigkeit

Wie gut hat der Einzelhandel die ökologischen Herausforderungen gemeistert?

Seit einiger Zeit versuchen immer mehr Verbraucher durch den „Boykott“ umweltschädlicher Marken oder die Vermeidung von Waren in Plastikverpackungen, die Umwelt zu schonen. Unternehmen bleibt nichts anderes übrig, als ihr Vorgehen an die Erwartungen der Kunden anzupassen, die zudem davon überzeugt sind, dass ihre Art zu konsumieren stärkere Auswirkungen auf die Zukunft hat als politische Entscheidungen. 60% der Verbraucher sind der Ansicht, dass Unternehmen bei der Schaffung einer besseren Zukunft eine wichtigere Rolle zukommt als der Regierung.

Einige Unternehmen haben sich entschieden, die Dinge jetzt selbst in die Hand zu nehmen. Das trifft beispielsweise auf Le Bon Coin zu, Frankreichs wichtigstes Kleinanzeigen-Portal, das aktiv die Mülltrennung fördert. Der Kauf von Gebrauchtwaren gleicht den Kauf von Neuware aus. „Dank dieses Ausgleichseffekts werden 8 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr eingespart„, erklärt Antoine Jouteau, CEO von Le Bon Coin. Gleiches gilt für Maison Standard, ein französisches Modeunternehmen, das bei der Vermeidung von Vorratsproduktion und der Anregung von Umweltschutzmechanismen aktiv geworden ist sowie für Camif, eine französische Unternehmensgruppe, die nachhaltigen Konsum fördert, indem sie bei ihren Produktbestandteilen auf vollständige Transparenz setzt.

Als Teil dieser Entwicklung wächst der Secondhand-Markt rasant …

Nachhaltigkeit und Respekt vor der Umwelt sind zu einem entscheidenden Kaufkriterium geworden und der „Secondhand„-Markt befindet sich auf Erfolgskurs. Heute gibt bereits jeder zweite Verbraucher an, in den letzten sechs Monaten gebrauchte Produkte gekauft zu haben. Eine mögliche Erklärung könnte im starken Boom von Unternehmen liegen, die auf den Wiederverkauf von Produkten spezialisiert sind, wie beispielsweise das französische Online-Portal Vinted, das derzeit auf dem 12. Platz im Fevad-Ranking (Ranking des französischen Verbands für E-Commerce) liegt. Wir beobachten auch das Entstehen von eigenen Verkaufsbereichen („Corners“) für Gebrauchtwaren in Geschäften, die sonst nur Neuware verkaufen, wie z.B. bei FNAC oder Auchan.

Wir befinden uns am Beginn einer neuen Konsum-Ära, deren Konsummuster sich grundlegend von denen vor 5 Jahren unterscheiden. Marken und Handelsketten müssen eine Art „schizophrenes“ Verhalten an den Tag legen, d.h. sie müssen aus dem Kundenwunsch, besser und weniger zu konsumieren, einen Wachstumshebel für das eigene Unternehmen generieren.

80% der Verbraucher sind der Meinung, dass der Handel eine viel zu hohe Umweltverschmutzung verursacht während 55% glauben, dass es immer noch möglich sei, weiter wie bisher zu konsumieren, ohne die Umwelt zu zerstören.

Konsequente Werteorientierung im Handel

In jüngster Zeit erwarten Verbraucher von Unternehmen ebenfalls, dass sie konsequente Positionen einnehmen – insbesondere im Einzelhandel.

Jedes Unternehmen zeigt seine Konsequenz dabei auf ganz eigene Art. Der Unternehmensgruppe Camif ist es wichtig, den Black Friday zu boykottieren, der sich für ihren Chef Emery Jacquillat als eine „Zeit übermäßigen Konsums“ darstellt. Deshalb blieben die Türen seines Unternehmens zu diesem Anlass geschlossen. Die Unternehmenszielsetzung von Le Bon Coin war bereits von Anfang an einzigartig – sie lautet: Absatzsteigerung von Gebrauchtprodukten. „Im Jahr 2028 wird die Anzahl der Secondhand-Käufe die Zahl der Neukäufe übertreffen“ erklärt Antoine Jouteau, CEO von Le Bon Coin.

Das große Comeback des Ausprobierens

Ein weiterer wichtiger, bereits bekannter Trend ist das Revival des eigenhändigen Begutachtens. 82% der Verbraucher meinen, dass eine ihrer größten Freuden beim Einkauf im Anfassen und Ausprobieren der Produkte besteht, bevor sie zum „Kaufen“ übergehen. Infolgedessen werden stationäre Läden wieder in Mode kommen und könnten langfristig mehr Verbraucher anziehen als der reine E-Commerce (der eine Zeit lang DIE Handelsrevolution schlechthin war).

Retailer wie Le Bon Coin sprechen sich dennoch nicht unbedingt für eine Rückkehr dieses Phänomens aus, das Antoine Jouteau auch keineswegs nachhaltig findet. Für ein 100%iges Online-Unternehmen wie Camif sieht die Sache jedoch ganz anders aus: Emery Jacquillat ist nicht zwingend dagegen. Da Retouren möglichst stark begrenzt werden müssen, um unseren Planeten zu erhalten, liegt es Emery Jacquillat am Herzen, Testmöglichkeiten vor dem Kauf zu schaffen, weil der direkte Kontakt zum Produkt extrem wichtig ist. Deshalb hat er 2016 einen Service namens „In Ihrer Nachbarschaft“ eingerichtet, der Verbrauchern die Gelegenheit gibt, ihr zukünftiges Sofa bei einem in der Nähe wohnenden Nachbarn zu testen. Eigenes Ausprobieren bleibt somit ein unbestreitbarer Vorteil des Shop-Erlebnisses!

Künstliche Intelligenz im Einsatz für den stationären Handel

Während 64% der Verbraucher glauben, dass KI Händlern helfen kann, Kundenbedürfnisse besser zu verstehen, befürchten 81%, dass der Handel dadurch entmenschlicht wird. Dennoch sind Verbraucher der Meinung, dass KI sie durch Einkaufsempfehlungen unterstützen oder ihnen beim Delegieren des Einkaufs helfen kann.

Aber wie sollen wir damit umgehen? Ist KI wirklich so effizient? Laut Emery Jacquillat wird KI in Europa bislang kaum eingesetzt (oder zu wenig im Vergleich zu anderen Regionen der Welt). Sie gilt als Störfaktor bei der Datenerfassung, vor dem man sich in Acht nehmen sollte. Deshalb verwendet er sie nicht bei seinen Produkten, da für ihn Technologie gleich geplanter Obsoleszenz ist “ und auch Spionage bedeutet. Genauso sieht es auch Uriel Karsenti, der Gründer und CEO von Maison Standard, der die Ansicht vertritt, dass der KI-Einsatz von Unternehmen nicht unbedingt intelligent ist.

Von Bytes zu Beton …

Kommen wir zum neuesten Trend. Der stationäre Handel beginnt sich zu erholen und baut sich ein neues Image auf, das viel größeren Wert auf Ästhetik legt. Seine Revitalisierung zeigt sich auf allen Ebenen – ob im Design, in unterschiedlichen Formen und Konzeptionen oder bei der User Experience. Dieser neu belebte stationäre Handel lässt sich von Retailern mit digitaler Vorgeschichte inspirieren. Tatsächlich finden 69% der Verbraucher, dass Brands aus der digitalen Welt Ladengeschäfte neu erfinden und dass Marken, die nur online präsent sind, physische Verkaufsstellen eröffnen sollten.

Abgesehen vom Design deuten auch andere Aspekte des stationären Handels darauf hin, dass er effizienter als der Onlinehandel bleiben wird. Auf diesen Umstand macht auch Uriel Karsenti vom Unternehmen Maison Standard aufmerksam, indem er darauf hinweist, dass Kundengewinnung auf digitaler Ebene wesentlich schwieriger sei.

Für Le Bon Coin dagegen ist es undenkbar, auf stationären Handel umzusteigen; das würde ihrer Marken-DNA diametral zuwiderlaufen. Dennoch verschließt sich Antoine Jouteau nicht der Idee, mit anderen Unternehmen zu kooperieren, die bereits physische Verkaufsstellen haben. Ähnliches gilt auch für Emery Jacquillat von Camif, der ein Corner-Konzept bevorzugen würde, d. h. eine innerhalb eines anderen Ladengeschäfts integrierte Verkaufszeile, statt selbst stationäre Läden aufzubauen, was er für uninteressant hält.

 

Wenn man David Mingeon und den anderen auf dieser Eröffnungsveranstaltung anwesenden Unternehmern Glauben schenken mag, stehen wir am Beginn einer neuen Ära, in der sich Marken ebenso wie Verbraucher zunehmend um ein zentrales und für alle entscheidendes Thema sorgen: die Erhaltung unserer Umwelt. Der Einzelhandel steht am Anfang eines langen Weges des Wandels.

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