Von FinTech über E-Commerce bis hin zu InsurTech – die 2-Milliarden-Dollar-Grenze ist überschritten: Laut dem neuen Bericht des Venture-Capital-Fonds Partech Africa konnten im Jahr 2019 durch afrikanische Start-ups 2,02 Milliarden Dollar Eigenkapital eingeworben werden. Und das ist letztendlich keine Überraschung, denn die „unternehmerischen Ökosysteme“ des afrikanischen Kontinents florieren jüngst zusehends aufgrund der vielen Start-ups, die sich für eine bessere Welt einsetzen.

Die Anzahl der Start-ups, denen es gelingt, Eigenkapital zu beschaffen, steigt explosionsartig an (von rund 150 im Jahr 2018 auf 234 im Jahr 2019).

Gegenwärtig konzentrieren sich 85 % des Kapitals auf 4 Länder: Kenia, Südafrika, Ägypten und Nigeria, das für sich allein genommen über 37 % der investierten Beträge verfügt.

Dies hindert die anderen Länder des Kontinents jedoch keineswegs daran, ebenfalls von sich reden zu machen!

Entdecken Sie in diesem Artikel eine Auswahl der vielversprechendsten Start-ups, die auf dem afrikanischen Kontinent in Erscheinung getreten sind.


Auf internationalem Kurs: 52 zu meisternde Erfolgskonzepte


Paga: Ein mobiles Zahlungssystem

Das im Jahr 2009 von Tayo Oviosu und Jay Alabraba gegründete nigerianische Start-up hat eine mobile Zahlungs-App entwickelt, mittels derer Geldtransfers vorgenommen sowie Rechnungen bezahlt oder in Ladengeschäften Einkäufe getätigt werden können.  Mittlerweile zählt das Start-up mehr als 14 Millionen Nutzer in Nigeria.

Die wesentliche Stärke der App besteht darin, dass sie sich nicht nur auf den nigerianischen Markt beschränkt.  Das Unternehmen hat die Absicht, sein Produkt auch über die eigenen Landesgrenzen hinweg zu exportieren, und hinsichtlich dieses Vorhabens das äthiopische Unternehmen Apposit aufgekauft.  Diese Übernahme stellt für das Start-up einen wichtigen Trumpf dar, denn Äthiopien ist mit 109,2 Millionen Einwohnern derzeit das Land mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl in Afrika.  Um an diese Expansionslogik anzuknüpfen hat Paga darüber hinaus Geschäftsräume in Mexiko eröffnet, mit dem Ziel, auch hier seine Dienstleistungen verfügbar zu machen.  Das gegenwärtige Ziel des Unternehmens: zu einer Referenz unter den FinTech-Plattformen in den Schwellenländern heranzuwachsen, wobei nicht zu vernachlässigen ist, dass es sich hierbei um die am besten finanzierte afrikanische Tech-Branche handelt (laut Partech Africa 41,3 % aller Investionen des Kontinents im Jahr 2019).

Dank dieser Entwicklung ist es Paga gelungen, die Aufmerksamkeit des Unternehmens Visa auf sich zu ziehen, das daran interessiert ist, in Afrika an Terrain zu gewinnen, und daher die Nähe zu Start-ups mit hohem Potenzial auf dem Kontinent sucht.  Selbige Absicht verfolgte das Konkurrenzunternehmen Mastercard, als es 50 Millionen Dollar in das Unternehmen Jumia (Afrikas führendes Onlineverkaufsportal) investierte, um Finanzdienstleistungen zu entwickeln.  

 

Brimore: Weltklasse-Technologie, die lokale Hersteller unterstützt

Brimore ist ein im Jahr 2017 von Mohamed Abdulaziz und Ahmed Sheikha gegründetes ägyptisches Start-up. Ziel ist es, einzelne Händler mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) damit sie ihre Produkte einfacher vertreiben und transportieren können.

Hersteller können ihre Produkte dank der unabhängigen Vertriebshändler auf einer Vielzahl von effizienten und leistungsstarken Kanälen zum Verkauf anbieten.

Kunden finden eine große Vielfalt an exklusiven Produkte mit Top-Qualität zu einem erschwinglichen Preis ohne zusätzlich anfallende Kosten.

Partner haben die Möglichkeit, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und ihr Netzwerk zu nutzen, um die Produkte der beteiligten Hersteller zu verkaufen.

In einem Land, in dem die Abwertung der Währung 2016 zu Fällen von Inflation führte, ist die Logistik zu einer echten Entwicklungsherausforderung geworden, insbesondere wenn es um Unternehmensdienstleistungen geht.

Brimore möchte der führende Vermittler zwischen Herstellern und Verbrauchern werden. Die Social-Commerce-Plattform scheint auf dem richtigen Weg zu sein und hat im Jahr 2020 3,5 Millionen Dollar aufgebracht, um das Wachstum des Unternehmens zu unterstützen und seine Infrastrukturen zu stärken. Brimore entwickelt Weltklasse-Technologie für seinen lokalen Markt.

 

Jumo: FinTech zur Vereinfachung der Kreditgewährung

Das im Jahr 2015 von dem Unternehmer Andrew Watkins-Ball gegründete südafrikanische Start-up Jumo gehört zu den Unternehmen, die vom Boom der Mobiltelefonie profitiert haben.  Fakt ist: 80 % der Afrikaner besitzen kein Bankkonto, aber  80 % besitzen ein Handy!  Jumo machte sich dies zunutze, um all jenen Personen, die vom traditionellen Banksystem ausgeschlossen sind, unterschiedliche Dienstleistungen, wie z. B. Darlehen, Versicherungen und weitere Finanzprodukte anzubieten.

Dieses Start-up bietet zudem Jungunternehmern, die normalerweise keine Kredite bekommen können, Unterstützung für die Umsetzung ihrer Projekte.  Denn es ist tatsächlich ein nahezu unmögliches Unterfangen, als Jungunternehmer ohne Garantien Finanzierungen zu erhalten.  Und hier tritt Jumo auf den Plan!

Jumo hat 2020 eine Finanzierung in Höhe von 55 Millionen Dollar in Form von Eigenkapital erhalten. Dank dieser Kapitalbeschaffung hat das Start-up die Möglichkeit, seine Expansion zu finanzieren und neue Finanzprodukte auf den afrikanischen Markt zu bringen, insbesondere in Nigeria und der Elfenbeinküste, doch auch in Asien, genauer gesagt in Indien.  Das Unternehmen hatte im Jahr 2018 bereits eine Finanzierung in Höhe von 3 Millionen Dollar von Proparco (Agence Française de Développement) erhalten.  Dies war die erste Direktinvestition der französischen Tochtergesellschaft in eine FinTech.

Dieses südafrikanische Start-up positioniert sich, ebenso wie viele weitere FinTechs, als Alternative zu zahlreichen anderen etablierten Finanzakteuren. Das Unternehmen kann sich glücklich schätzen, qualitative Finanzpartner, wie unter anderem Mastercard, Proparco und Google, an seiner Seite zu wissen. Seine Zukunft sieht äußerst vielversprechend aus! 

 

Zafree Papers: 100% Baumfreies Papier

„Zaf” bedeutet auf Äthiopisch „Baum” und „free” auf Englisch „frei”.  Zafree – so lautet der Name dieses im Jahr 2017 von Bethelhem Dejene und Fikre Dejene gegründeten Start-up. Das Produkt? Ein Papier, das zu 100 % „baumfrei” ist und aus Agrarabfällen hergestellt wird.  Anstatt Bäume zu verwerten, nutzt Zafree Weizen und Gerste, sodass die Verbrennung von Ernterückständen und die daraus resultierende Luftverschmutzung verhindert werden.

Das Projekt Zafree konnte dank eines Maschinenherstellers und einer lokalen Bank auf den Weg gebracht werden, die erklärten, hinsichtlich der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit über genügend Garantien zu verfügen, um eine Partnerschaft einzugehen und das Konzept des Start-ups ins Leben zu rufen.

Zafree wurde gegründet, um die Abholzung der Wälder zu bekämpfen und dadurch die Umwelt zu schonen.  Die Vermarktungskampagne wird voraussichtlich im Jahr 2021 an den Start gehen.  Ein Unternehmen, das man im Auge behalten sollte.

 


Möchten Sie auch etwas für die Umwelt tun? Hier erfahren Sie wie!


Baobab Circle – Gesundheitscoeach für chronische Krankheiten

Das im Januar 2016 in Kenia von George Franklin und Precious Lunga gegründete Unternehmen Baobab Circle hat den Chatbot Afya Pap entwickelt. Da der Zugang zur Gesundheitsversorgung in Afrika, insbesondere für benachteiligte Personenkreise, recht begrenzt ist, hat sich das Start-up auf die Fahnen geschrieben, Menschen mit chronischen Krankheiten (hoher Blutdruck, Diabetes …) als „Gesundheitscoach” zur Seite zu stehen.

Das vorrangige Ziel besteht darin, den Alltag der Patienten zu erleichtern und ihnen dabei zu helfen, ihre Gewohnheiten zu ändern.  Mittels künstlicher Intelligenz und mobiler Telefonie bietet das Start-up personalisiertes Equipment, um hohen Blutdruck und Diabetes unter Kontrolle zu halten und die mit diesen Krankheiten verbundenen Komplikationen zu verhindern.

Mittlerweile zählt Baobab Circle 50.000 Nutzer.  Darüber hinaus hat das Unternehmen im Jahr 2019 die Sanofi-Challenge zum Thema Diabetes während der AfricArena gewonnen.  Dieser Sieg wird es dem Start-up erlauben, gemeinsam mit dem Pharmakonzern ein Konzept zu entwickeln.  Seine Aktivitäten entwickelt Baobab Circle gegenwärtig dank seiner Partnerschaft mit sechs Krankenversicherungsorganisationen.

Yobante Express: Marketplace & Lieferservice

Das im Jahr 2018 von Oumar Basse gegründete Start-up Yobante Express ist ein E-Commerce-Marketplace senegalesischer Herkunft, das ein ausgedehntes Netzwerk an Transporteuren bzw. Paketabholpunkten und lokale Einzelländer miteinander in Verbindung bringt.  Es ist insbesondere auf die Lieferung von kleinen Paketen und Päckchen spezialisiert, deren Gewicht weniger als 25 kg beträgt.  Der Service ist über eine App verfügbar und deckt mehrere Gebiete ab, darunter: Senegal, Ghana, Südafrika, Botswana, Niger und Nigeria.

Der Pluspunkt: Ein preiswerter und schneller Lieferservice.  Die funktionale Paketlieferstruktur bietet im Vergleich zum klassischen Versand den Vorteil einer wesentlich geringeren Versandgebühr (40 % günstiger).

Yobante Express hat mittlerweile 611 Paketabholpunkte, 300 Transporteure und generiert mit 8000 Lieferungen rund 50.000 Dollar pro Monat.  Und das ist nur der Anfang einer langen Reise …

Keitas Systems: willkommen in Guinea

Trotz der Tatsache, dass dieses Start-up 2011 in Frankreich (genauer gesagt in Nantes) gegründet wurde und hauptsächlich in Europa aktiv ist, wurde es in diese Liste aufgenommen, da Keitas Systems von Lahou Keita, einer prominenten aus Guinea stammenden Persönlichkeit des weiblichen afrikanischen Unternehmertums, gegründet wurde.  Sie ist die erste schwarze Frau der Welt, die bei Dassault beschäftigt war und ein Unternehmen zur Wartung von Flugzeugen gegründet hat.  Unterstützt durch ihre Schwester Fatou Keita, Doktorin der Medizin und Mitbegründerin der Firma, gelang es Lahou Keita, eine Flugzeugwartungsplattform einzurichten, um dem Mangel an technischen Fachkräften zu begegnen.  Sie ist Erfinderin von Tempeus, einem Online-Tool, das die Überwachung der Wartungsarbeiten an Flugzeugen vereinfacht.

Keitas Systems entwickelt gegenwärtig zahlreiche Luftfahrtprojekte von internationalem Rang. Das Start-up wurde zudem von der Regierung Quebecs ausgewählt, um sowohl für die gesamte Region als auch ganz Kanada einen Flugzeugwartungs-Hub einzurichten.

 

Wie Sie sehen konnten, befindet sich die „African Tech” im vollen Aufwärtstrend und die florierende digitale Branche bietet eine Fülle an neuen Möglichkeiten und Start-ups mit hohem technologischen Mehrwert. Bleiben Sie also auf dem Laufenden, dies ist nur der Anfang der langfristigen und vielversprechenden Werdegänge von afrikanischen Jungunternehmern!

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Von FinTech über E-Commerce bis hin zu InsurTech – die 2-Milliarden-Dollar-Grenze ist überschritten: Laut dem neuen Bericht des Venture-Capital-Fonds Partech Africa konnten im Jahr 2019 durch afrikanische Start-ups 2,02 Milliarden Dollar Eigenkapital eingeworben werden. Und das ist letztendlich keine Überraschung, denn die „unternehmerischen Ökosysteme“ des afrikanischen Kontinents florieren jüngst zusehends aufgrund der vielen Start-ups, die sich für eine bessere Welt einsetzen.

Die Anzahl der Start-ups, denen es gelingt, Eigenkapital zu beschaffen, steigt explosionsartig an (von rund 150 im Jahr 2018 auf 234 im Jahr 2019).

Gegenwärtig konzentrieren sich 85 % des Kapitals auf 4 Länder: Kenia, Südafrika, Ägypten und Nigeria, das für sich allein genommen über 37 % der investierten Beträge verfügt.

Dies hindert die anderen Länder des Kontinents jedoch keineswegs daran, ebenfalls von sich reden zu machen!

Entdecken Sie in diesem Artikel eine Auswahl der vielversprechendsten Start-ups, die auf dem afrikanischen Kontinent in Erscheinung getreten sind.


Auf internationalem Kurs: 52 zu meisternde Erfolgskonzepte


Paga: Ein mobiles Zahlungssystem

Das im Jahr 2009 von Tayo Oviosu und Jay Alabraba gegründete nigerianische Start-up hat eine mobile Zahlungs-App entwickelt, mittels derer Geldtransfers vorgenommen sowie Rechnungen bezahlt oder in Ladengeschäften Einkäufe getätigt werden können.  Mittlerweile zählt das Start-up mehr als 14 Millionen Nutzer in Nigeria.

Die wesentliche Stärke der App besteht darin, dass sie sich nicht nur auf den nigerianischen Markt beschränkt.  Das Unternehmen hat die Absicht, sein Produkt auch über die eigenen Landesgrenzen hinweg zu exportieren, und hinsichtlich dieses Vorhabens das äthiopische Unternehmen Apposit aufgekauft.  Diese Übernahme stellt für das Start-up einen wichtigen Trumpf dar, denn Äthiopien ist mit 109,2 Millionen Einwohnern derzeit das Land mit der zweithöchsten Bevölkerungszahl in Afrika.  Um an diese Expansionslogik anzuknüpfen hat Paga darüber hinaus Geschäftsräume in Mexiko eröffnet, mit dem Ziel, auch hier seine Dienstleistungen verfügbar zu machen.  Das gegenwärtige Ziel des Unternehmens: zu einer Referenz unter den FinTech-Plattformen in den Schwellenländern heranzuwachsen, wobei nicht zu vernachlässigen ist, dass es sich hierbei um die am besten finanzierte afrikanische Tech-Branche handelt (laut Partech Africa 41,3 % aller Investionen des Kontinents im Jahr 2019).

Dank dieser Entwicklung ist es Paga gelungen, die Aufmerksamkeit des Unternehmens Visa auf sich zu ziehen, das daran interessiert ist, in Afrika an Terrain zu gewinnen, und daher die Nähe zu Start-ups mit hohem Potenzial auf dem Kontinent sucht.  Selbige Absicht verfolgte das Konkurrenzunternehmen Mastercard, als es 50 Millionen Dollar in das Unternehmen Jumia (Afrikas führendes Onlineverkaufsportal) investierte, um Finanzdienstleistungen zu entwickeln.  

 

Brimore: Weltklasse-Technologie, die lokale Hersteller unterstützt

Brimore ist ein im Jahr 2017 von Mohamed Abdulaziz und Ahmed Sheikha gegründetes ägyptisches Start-up. Ziel ist es, einzelne Händler mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) damit sie ihre Produkte einfacher vertreiben und transportieren können.

Hersteller können ihre Produkte dank der unabhängigen Vertriebshändler auf einer Vielzahl von effizienten und leistungsstarken Kanälen zum Verkauf anbieten.

Kunden finden eine große Vielfalt an exklusiven Produkte mit Top-Qualität zu einem erschwinglichen Preis ohne zusätzlich anfallende Kosten.

Partner haben die Möglichkeit, ihr eigenes Unternehmen zu gründen und ihr Netzwerk zu nutzen, um die Produkte der beteiligten Hersteller zu verkaufen.

In einem Land, in dem die Abwertung der Währung 2016 zu Fällen von Inflation führte, ist die Logistik zu einer echten Entwicklungsherausforderung geworden, insbesondere wenn es um Unternehmensdienstleistungen geht.

Brimore möchte der führende Vermittler zwischen Herstellern und Verbrauchern werden. Die Social-Commerce-Plattform scheint auf dem richtigen Weg zu sein und hat im Jahr 2020 3,5 Millionen Dollar aufgebracht, um das Wachstum des Unternehmens zu unterstützen und seine Infrastrukturen zu stärken. Brimore entwickelt Weltklasse-Technologie für seinen lokalen Markt.

 

Jumo: FinTech zur Vereinfachung der Kreditgewährung

Das im Jahr 2015 von dem Unternehmer Andrew Watkins-Ball gegründete südafrikanische Start-up Jumo gehört zu den Unternehmen, die vom Boom der Mobiltelefonie profitiert haben.  Fakt ist: 80 % der Afrikaner besitzen kein Bankkonto, aber  80 % besitzen ein Handy!  Jumo machte sich dies zunutze, um all jenen Personen, die vom traditionellen Banksystem ausgeschlossen sind, unterschiedliche Dienstleistungen, wie z. B. Darlehen, Versicherungen und weitere Finanzprodukte anzubieten.

Dieses Start-up bietet zudem Jungunternehmern, die normalerweise keine Kredite bekommen können, Unterstützung für die Umsetzung ihrer Projekte.  Denn es ist tatsächlich ein nahezu unmögliches Unterfangen, als Jungunternehmer ohne Garantien Finanzierungen zu erhalten.  Und hier tritt Jumo auf den Plan!

Jumo hat 2020 eine Finanzierung in Höhe von 55 Millionen Dollar in Form von Eigenkapital erhalten. Dank dieser Kapitalbeschaffung hat das Start-up die Möglichkeit, seine Expansion zu finanzieren und neue Finanzprodukte auf den afrikanischen Markt zu bringen, insbesondere in Nigeria und der Elfenbeinküste, doch auch in Asien, genauer gesagt in Indien.  Das Unternehmen hatte im Jahr 2018 bereits eine Finanzierung in Höhe von 3 Millionen Dollar von Proparco (Agence Française de Développement) erhalten.  Dies war die erste Direktinvestition der französischen Tochtergesellschaft in eine FinTech.

Dieses südafrikanische Start-up positioniert sich, ebenso wie viele weitere FinTechs, als Alternative zu zahlreichen anderen etablierten Finanzakteuren. Das Unternehmen kann sich glücklich schätzen, qualitative Finanzpartner, wie unter anderem Mastercard, Proparco und Google, an seiner Seite zu wissen. Seine Zukunft sieht äußerst vielversprechend aus! 

 

Zafree Papers: 100% Baumfreies Papier

„Zaf” bedeutet auf Äthiopisch „Baum” und „free” auf Englisch „frei”.  Zafree – so lautet der Name dieses im Jahr 2017 von Bethelhem Dejene und Fikre Dejene gegründeten Start-up. Das Produkt? Ein Papier, das zu 100 % „baumfrei” ist und aus Agrarabfällen hergestellt wird.  Anstatt Bäume zu verwerten, nutzt Zafree Weizen und Gerste, sodass die Verbrennung von Ernterückständen und die daraus resultierende Luftverschmutzung verhindert werden.

Das Projekt Zafree konnte dank eines Maschinenherstellers und einer lokalen Bank auf den Weg gebracht werden, die erklärten, hinsichtlich der technischen und wirtschaftlichen Machbarkeit über genügend Garantien zu verfügen, um eine Partnerschaft einzugehen und das Konzept des Start-ups ins Leben zu rufen.

Zafree wurde gegründet, um die Abholzung der Wälder zu bekämpfen und dadurch die Umwelt zu schonen.  Die Vermarktungskampagne wird voraussichtlich im Jahr 2021 an den Start gehen.  Ein Unternehmen, das man im Auge behalten sollte.

 


Möchten Sie auch etwas für die Umwelt tun? Hier erfahren Sie wie!


Baobab Circle – Gesundheitscoeach für chronische Krankheiten

Das im Januar 2016 in Kenia von George Franklin und Precious Lunga gegründete Unternehmen Baobab Circle hat den Chatbot Afya Pap entwickelt. Da der Zugang zur Gesundheitsversorgung in Afrika, insbesondere für benachteiligte Personenkreise, recht begrenzt ist, hat sich das Start-up auf die Fahnen geschrieben, Menschen mit chronischen Krankheiten (hoher Blutdruck, Diabetes …) als „Gesundheitscoach” zur Seite zu stehen.

Das vorrangige Ziel besteht darin, den Alltag der Patienten zu erleichtern und ihnen dabei zu helfen, ihre Gewohnheiten zu ändern.  Mittels künstlicher Intelligenz und mobiler Telefonie bietet das Start-up personalisiertes Equipment, um hohen Blutdruck und Diabetes unter Kontrolle zu halten und die mit diesen Krankheiten verbundenen Komplikationen zu verhindern.

Mittlerweile zählt Baobab Circle 50.000 Nutzer.  Darüber hinaus hat das Unternehmen im Jahr 2019 die Sanofi-Challenge zum Thema Diabetes während der AfricArena gewonnen.  Dieser Sieg wird es dem Start-up erlauben, gemeinsam mit dem Pharmakonzern ein Konzept zu entwickeln.  Seine Aktivitäten entwickelt Baobab Circle gegenwärtig dank seiner Partnerschaft mit sechs Krankenversicherungsorganisationen.

Yobante Express: Marketplace & Lieferservice

Das im Jahr 2018 von Oumar Basse gegründete Start-up Yobante Express ist ein E-Commerce-Marketplace senegalesischer Herkunft, das ein ausgedehntes Netzwerk an Transporteuren bzw. Paketabholpunkten und lokale Einzelländer miteinander in Verbindung bringt.  Es ist insbesondere auf die Lieferung von kleinen Paketen und Päckchen spezialisiert, deren Gewicht weniger als 25 kg beträgt.  Der Service ist über eine App verfügbar und deckt mehrere Gebiete ab, darunter: Senegal, Ghana, Südafrika, Botswana, Niger und Nigeria.

Der Pluspunkt: Ein preiswerter und schneller Lieferservice.  Die funktionale Paketlieferstruktur bietet im Vergleich zum klassischen Versand den Vorteil einer wesentlich geringeren Versandgebühr (40 % günstiger).

Yobante Express hat mittlerweile 611 Paketabholpunkte, 300 Transporteure und generiert mit 8000 Lieferungen rund 50.000 Dollar pro Monat.  Und das ist nur der Anfang einer langen Reise …

Keitas Systems: willkommen in Guinea

Trotz der Tatsache, dass dieses Start-up 2011 in Frankreich (genauer gesagt in Nantes) gegründet wurde und hauptsächlich in Europa aktiv ist, wurde es in diese Liste aufgenommen, da Keitas Systems von Lahou Keita, einer prominenten aus Guinea stammenden Persönlichkeit des weiblichen afrikanischen Unternehmertums, gegründet wurde.  Sie ist die erste schwarze Frau der Welt, die bei Dassault beschäftigt war und ein Unternehmen zur Wartung von Flugzeugen gegründet hat.  Unterstützt durch ihre Schwester Fatou Keita, Doktorin der Medizin und Mitbegründerin der Firma, gelang es Lahou Keita, eine Flugzeugwartungsplattform einzurichten, um dem Mangel an technischen Fachkräften zu begegnen.  Sie ist Erfinderin von Tempeus, einem Online-Tool, das die Überwachung der Wartungsarbeiten an Flugzeugen vereinfacht.

Keitas Systems entwickelt gegenwärtig zahlreiche Luftfahrtprojekte von internationalem Rang. Das Start-up wurde zudem von der Regierung Quebecs ausgewählt, um sowohl für die gesamte Region als auch ganz Kanada einen Flugzeugwartungs-Hub einzurichten.

 

Wie Sie sehen konnten, befindet sich die „African Tech” im vollen Aufwärtstrend und die florierende digitale Branche bietet eine Fülle an neuen Möglichkeiten und Start-ups mit hohem technologischen Mehrwert. Bleiben Sie also auf dem Laufenden, dies ist nur der Anfang der langfristigen und vielversprechenden Werdegänge von afrikanischen Jungunternehmern!

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