Wer mit der Welt der Übersetzungen wenig zu tun hat, wird kaum einen Unterschied zwischen den vorhandenen Technologien erkennen. Wie sieht die Zukunft für professionelle Übersetzer in dieser Welt aus, deren Lieblingsschlagworte momentan „Big Data“ und „künstliche Intelligenz“ lauten? In diesem Artikel entwirren wir die Rätsel um automatische Übersetzungstools und maschinelle Übersetzung.

Vorteile der maschinellen Übersetzung

Maschinelle Übersetzungstechnologien haben sich insbesondere durch Deep Learning (ein „neuronales“ automatisches Lernverfahren) deutlich verbessert. Maschinelle Übersetzungen basieren nicht mehr allein auf Statistiken, das heißt die wahrscheinlichkeitsgestützte Übersetzung von Worten aufgrund der Analyse Tausender von Texten). Man denke nur an die Größten, etwa Google oder Reverso, mit denen man heutzutage mit nur wenigen Klicks einen kleinen Text in einer Fremdsprache leicht verstehen kann. Sie sind kostenlos und ermöglichen uns sofort, den wichtigsten Inhalt eines Textes zu erfassen. Damit können sie eine große Hilfe sein.

Maschinelle Übersetzung ist immer häufiger auch in unsere Alltagstools eingebaut, zum Beispiel in Facebook, Google Chrome, TripAdvisor, Skype. Sie kommt aber durchaus auch in Profi-Tools zum Einsatz.

Ihr Hauptvorteil besteht darin, dass die Übersetzung blitzschnell erfolgt. Nehmen wir zum Beispiel Software für Kundendienst-Abteilungen: Durch die Integration von Google Translate sind Kundenberater imstande, die ihnen übermittelte Nachricht sofort zu verstehen und den Kunden an die zuständige Person weiterzuleiten (etwa wenn ein Kunde unzufrieden ist und sein Geld zurückfordert oder sich über ein Produkt oder ein Treueprogramm informieren möchte). Dadurch wird eine schnelle Bearbeitung und somit auch eine hohe Servicequalität gewährleistet, und dies unabhängig von der Sprache des Kunden.

Automatische Übersetzungen sind zum Beispiel auch eine praktische Hilfe auf Auslandsreisen, wenn man etwa eine Unterkunft reservieren, Wegweiser lesen oder eine Speisekarte entziffern möchte. Wir empfehlen Ihnen, sich die vor 2 Jahren erschienene Android-App für visuelle Echtzeit-Übersetzungen anzusehen:

Wenn es um grundsätzliches Verständnis, eine allgemeine Vorstellung vom Kontext und die Bedeutung eines Satzes oder eines kurzen, einfachen Textes geht, ist die maschinelle Übersetzung daher perfekt. Für alles andere aber, insbesondere für den Einsatz in professionellen Zusammenhängen, sind dieser Technologie enge Grenzen gesetzt, und dies trotz technischer Fortschritte und erheblicher Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen.

Tücken der maschinellen Übersetzung

Man kann es nicht genug betonen: Bei der Übersetzung kommt es wesentlich auf Genauigkeit und Qualität an. An drei Faktoren kommt man dabei nicht vorbei: Kontext, Sinn und Stil.

Dazu ein Beispiel aus, das mir erst neulich selbst untergekommen ist: Vor ein paar Monaten veröffentlichte eine meiner Freundinnen, eine Amerikanerin, auf Facebook ein Foto von ihrem breit lächelnden Baby mit der Bildunterschrift „Charlie, cheese!„. Die Facebook-Übersetzung auf Französisch lautete: „Charlie, Käse!“  

Charlie, Cheese!

In einem privaten Kontext bleiben solche lustigen Übersetzungsunfälle ohne nachteilige Folgen. Im beruflichem Umfeld aber können solche Missverständnisse schwerwiegende Konsequenzen für den Ruf Ihrer Marke und damit Ihren Umsatz haben. Das englische Wort „mug“ kann auf Deutsch „Becher“, aber auch „überfallen“ bedeuten. Stellen Sie sich vor, welches Eigentor damit ein E-Händler schießen würde, der sich ausschließlich auf maschinelle Übersetzungen verließe. 

Eine Shotfarm-Studie aus dem Jahr 2016 ergab, dass 40 % der Online-Käufer ihren Warenkorb wegen der schlechten Produktbeschreibungen1 unverrichteter Dinge verlassen; außerdem gibt ein Viertel von ihnen die erhaltenen Artikel wieder zurück, wenn sie nicht den Angaben der Produktbeschreibung entsprechen. Es kommt daher entscheidend auf die Qualität der Produktbeschreibungen und die Richtigkeit der Übersetzungen an.

Noch vor wenigen Jahren konnten Übersetzungssoftwares nicht mehr als Wortfolgen übersetzen. Heute übersetzen sie ganze Sätze. Wie steht es aber mit zwei aufeinanderfolgenden Sätzen oder einem ganzen Absatz? CNRS-Forschungsdirektor François Yvon drückt es in einem Artikel so aus:Eine Reihe sprachlicher Phänomene erstreckt sich auf mehrere Sätze. […] Wenn man vom Englischen ins Französische übersetzt, weiß man nicht, ob „it“ mit „il“ oder „elle“ wiederzugeben ist. Diese Information könnte drei oder vier Sätze weiter vorn zu finden sein. Es ist schwierig, denn man muss auf zurückliegende Informationen zurückgreifen.“

Sätze in einem Text sind nie voneinander unabhängig: Stil und Informationen sind über den ganzen Text verstreut. Wenn diese Informationen nicht gespeichert werden, kann eine automatische Übersetzung nicht korrekt sein.

Technologie im Dienste der menschlichen Übersetzung

Wenn wir wissen, dass ein professioneller Muttersprachler etwa 2.000 Wörter pro Tag übersetzt, so ist ihm eine Maschinenübersetzung in Sachen Reaktionsschnelligkeit ohne Zweifel überlegen. Man sieht aber schnell, warum es sehr riskant ist, eine professionelle Übersetzung ausschließlich maschinell erstellen zu lassen: Die Kosten einer schlechten Übersetzung sind manchmal unsichtbar, aber dennoch sehr real: Höhere Rückgabequoten (beim E-Commerce), schlechter Ruf, Unprofessionalität, unzufriedene Kunden und so weiter.

Einen Menschen übersetzen zu lassen ist sicherlich teurer als sich mit einer Maschinenübersetzung zufriedenzugeben, aber dafür ist seine Übersetzung von wesentlich höherer Qualität. Und die Benefits einer guten Übersetzung sind beträchtlich: bessere Konversionsraten, Kundenbindung, bessere Suchmaschinenpräsenz auf verschiedenen Märkten usw.

Wir glauben deshalb, dass es keinen Kampf zwischen Maschinenübersetzung und menschlicher Übersetzung gibt. Sie ergänzen einander: Die automatische Übersetzung ermöglicht drastische Zeitersparnisse und damit Optimierung der Kosten für die Übersetzung. Sie kann dem professionellen Übersetzer eine Grundlage schaffen, von der er ausgehen kann, um den Text zu überarbeiten, neu zu formulieren und stilistisch zu verbessern und insbesondere an den Kontext und die Verbraucher im Zielland anzupassen.

1 http://www.eweek.com/small-business/online-shoppers-blanch-at-inaccurate-product-descriptions

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Expertenmeinungen

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Übersetzung und Website-Lokalisierung: Best Practices

Wer mit der Welt der Übersetzungen wenig zu tun hat, wird kaum einen Unterschied zwischen den vorhandenen Technologien erkennen. Wie sieht die Zukunft für professionelle Übersetzer in dieser Welt aus, deren Lieblingsschlagworte momentan „Big Data“ und „künstliche Intelligenz“ lauten? In diesem Artikel entwirren wir die Rätsel um automatische Übersetzungstools und maschinelle Übersetzung.

Vorteile der maschinellen Übersetzung

Maschinelle Übersetzungstechnologien haben sich insbesondere durch Deep Learning (ein „neuronales“ automatisches Lernverfahren) deutlich verbessert. Maschinelle Übersetzungen basieren nicht mehr allein auf Statistiken, das heißt die wahrscheinlichkeitsgestützte Übersetzung von Worten aufgrund der Analyse Tausender von Texten). Man denke nur an die Größten, etwa Google oder Reverso, mit denen man heutzutage mit nur wenigen Klicks einen kleinen Text in einer Fremdsprache leicht verstehen kann. Sie sind kostenlos und ermöglichen uns sofort, den wichtigsten Inhalt eines Textes zu erfassen. Damit können sie eine große Hilfe sein.

Maschinelle Übersetzung ist immer häufiger auch in unsere Alltagstools eingebaut, zum Beispiel in Facebook, Google Chrome, TripAdvisor, Skype. Sie kommt aber durchaus auch in Profi-Tools zum Einsatz.

Ihr Hauptvorteil besteht darin, dass die Übersetzung blitzschnell erfolgt. Nehmen wir zum Beispiel Software für Kundendienst-Abteilungen: Durch die Integration von Google Translate sind Kundenberater imstande, die ihnen übermittelte Nachricht sofort zu verstehen und den Kunden an die zuständige Person weiterzuleiten (etwa wenn ein Kunde unzufrieden ist und sein Geld zurückfordert oder sich über ein Produkt oder ein Treueprogramm informieren möchte). Dadurch wird eine schnelle Bearbeitung und somit auch eine hohe Servicequalität gewährleistet, und dies unabhängig von der Sprache des Kunden.

Automatische Übersetzungen sind zum Beispiel auch eine praktische Hilfe auf Auslandsreisen, wenn man etwa eine Unterkunft reservieren, Wegweiser lesen oder eine Speisekarte entziffern möchte. Wir empfehlen Ihnen, sich die vor 2 Jahren erschienene Android-App für visuelle Echtzeit-Übersetzungen anzusehen:

Wenn es um grundsätzliches Verständnis, eine allgemeine Vorstellung vom Kontext und die Bedeutung eines Satzes oder eines kurzen, einfachen Textes geht, ist die maschinelle Übersetzung daher perfekt. Für alles andere aber, insbesondere für den Einsatz in professionellen Zusammenhängen, sind dieser Technologie enge Grenzen gesetzt, und dies trotz technischer Fortschritte und erheblicher Forschungs- und Entwicklungsanstrengungen.

Tücken der maschinellen Übersetzung

Man kann es nicht genug betonen: Bei der Übersetzung kommt es wesentlich auf Genauigkeit und Qualität an. An drei Faktoren kommt man dabei nicht vorbei: Kontext, Sinn und Stil.

Dazu ein Beispiel aus, das mir erst neulich selbst untergekommen ist: Vor ein paar Monaten veröffentlichte eine meiner Freundinnen, eine Amerikanerin, auf Facebook ein Foto von ihrem breit lächelnden Baby mit der Bildunterschrift „Charlie, cheese!„. Die Facebook-Übersetzung auf Französisch lautete: „Charlie, Käse!“  

Charlie, Cheese!

In einem privaten Kontext bleiben solche lustigen Übersetzungsunfälle ohne nachteilige Folgen. Im beruflichem Umfeld aber können solche Missverständnisse schwerwiegende Konsequenzen für den Ruf Ihrer Marke und damit Ihren Umsatz haben. Das englische Wort „mug“ kann auf Deutsch „Becher“, aber auch „überfallen“ bedeuten. Stellen Sie sich vor, welches Eigentor damit ein E-Händler schießen würde, der sich ausschließlich auf maschinelle Übersetzungen verließe. 

Eine Shotfarm-Studie aus dem Jahr 2016 ergab, dass 40 % der Online-Käufer ihren Warenkorb wegen der schlechten Produktbeschreibungen1 unverrichteter Dinge verlassen; außerdem gibt ein Viertel von ihnen die erhaltenen Artikel wieder zurück, wenn sie nicht den Angaben der Produktbeschreibung entsprechen. Es kommt daher entscheidend auf die Qualität der Produktbeschreibungen und die Richtigkeit der Übersetzungen an.

Noch vor wenigen Jahren konnten Übersetzungssoftwares nicht mehr als Wortfolgen übersetzen. Heute übersetzen sie ganze Sätze. Wie steht es aber mit zwei aufeinanderfolgenden Sätzen oder einem ganzen Absatz? CNRS-Forschungsdirektor François Yvon drückt es in einem Artikel so aus:Eine Reihe sprachlicher Phänomene erstreckt sich auf mehrere Sätze. […] Wenn man vom Englischen ins Französische übersetzt, weiß man nicht, ob „it“ mit „il“ oder „elle“ wiederzugeben ist. Diese Information könnte drei oder vier Sätze weiter vorn zu finden sein. Es ist schwierig, denn man muss auf zurückliegende Informationen zurückgreifen.“

Sätze in einem Text sind nie voneinander unabhängig: Stil und Informationen sind über den ganzen Text verstreut. Wenn diese Informationen nicht gespeichert werden, kann eine automatische Übersetzung nicht korrekt sein.

Technologie im Dienste der menschlichen Übersetzung

Wenn wir wissen, dass ein professioneller Muttersprachler etwa 2.000 Wörter pro Tag übersetzt, so ist ihm eine Maschinenübersetzung in Sachen Reaktionsschnelligkeit ohne Zweifel überlegen. Man sieht aber schnell, warum es sehr riskant ist, eine professionelle Übersetzung ausschließlich maschinell erstellen zu lassen: Die Kosten einer schlechten Übersetzung sind manchmal unsichtbar, aber dennoch sehr real: Höhere Rückgabequoten (beim E-Commerce), schlechter Ruf, Unprofessionalität, unzufriedene Kunden und so weiter.

Einen Menschen übersetzen zu lassen ist sicherlich teurer als sich mit einer Maschinenübersetzung zufriedenzugeben, aber dafür ist seine Übersetzung von wesentlich höherer Qualität. Und die Benefits einer guten Übersetzung sind beträchtlich: bessere Konversionsraten, Kundenbindung, bessere Suchmaschinenpräsenz auf verschiedenen Märkten usw.

Wir glauben deshalb, dass es keinen Kampf zwischen Maschinenübersetzung und menschlicher Übersetzung gibt. Sie ergänzen einander: Die automatische Übersetzung ermöglicht drastische Zeitersparnisse und damit Optimierung der Kosten für die Übersetzung. Sie kann dem professionellen Übersetzer eine Grundlage schaffen, von der er ausgehen kann, um den Text zu überarbeiten, neu zu formulieren und stilistisch zu verbessern und insbesondere an den Kontext und die Verbraucher im Zielland anzupassen.

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