Wenn man „Zukunft der Übersetzung“ in Suchmaschinen eingibt, stößt man auf nicht sehr positive Artikel wie „Übersetzer und Dolmetscher: Alle arbeitslos in ein paar Jahren?“ oder „Ersetzen KIs bald professionelle Übersetzer?“ usw. Aber wie ist es um die Zukunft wirklich bestellt? Gefährdet die maschinelle Übersetzung (MÜ) den Beruf von Tausenden von Menschen?

Das wissen wir über die Zukunft der Online- und Offline-Übersetzung!

Wie sieht die Zukunft der Übersetzung aus?

Im digitalen Zeitalter haben die Unternehmen keine Minute zu verlieren! Sie nutzen daher die neuen Technologien, um ihre Websites, Newsletter und Kommunikationsmaterialien zu übersetzen.

Andernfalls wären sie gegenüber ihren Konkurrenten nicht wettbewerbsfähig genug.

Aber Achtung: Es muss zwischen zwei verschiedenen Arten von Übersetzungstools unterschieden werden.

Einerseits gibt es Übersetzungstools, die auf einem Wörterbuch und Regeln basieren. Sie werden auch CAT-Tools (von Computer-Assisted Translation, dt. computerunterstützte Übersetzung) genannt. Diese Software ist sehr praktisch, da sie wie der Mensch über einen Übersetzungsspeicher (engl. translation memory) verfügt. So kann sie Segmente und Worte speichern, um die Arbeit des Übersetzers zu unterstützen und zu erleichtern. SDL Trados Studio, MemoQ und Wordfast sind die bekanntesten CAT-Tools.

Andererseits gibt es kostenlose Programme zur automatischen Übersetzung wie DeepL und Google Translate. Diese sind insbesondere für die Übersetzung von Texten ohne große technische Schwierigkeiten nützlich. Sie sind unvollkommen und bei weitem nicht leistungsfähig genug, um professionelle Humanübersetzer gänzlich zu ersetzen.

Die Zukunft der Übersetzung: ein homogener Mix aus Menschen und neuen Technologien

Der Mensch wird immer besser als die Maschine sein, wenn es darum geht, die kulturellen Feinheiten eines Textes zu erkennen. Humanübersetzer müssen jedoch auf den Zug aufspringen und maschinelle Übersetzungstools nutzen, um den Kunden Zeit und Geld zu sparen.

Obwohl viele Übersetzungsagenturen bereits eine Software einsetzen, um den Übersetzungsprozess zu automatisieren, besteht die Gefahr, dass die CAT-Tools immer besser werden und die Rolle des Humanübersetzers zunehmend einschränken.

Aber so weit sind wir noch nicht! Bisher unterstützt die maschinelle Übersetzung die Übersetzer bei ihrer Arbeit und ermöglicht es ihnen, noch schneller zu werden. Dies wäre im Übrigen ohne künstliche Intelligenz nicht möglich.

Die Bedeutung der künstlichen Intelligenz

Übersetzung und künstliche Intelligenz entwickeln sich gemeinsam weiter. Zur Erinnerung: Unter KI oder künstlicher Intelligenz versteht man die Fähigkeit von Maschinen, menschliche Intelligenz nachzuahmen, um verschiedene virtuelle Aufgaben zu erledigen.

Die maschinelle Übersetzung basiert auf künstlichen neuronalen Netzen (KNN) und wird aufgrund ihrer Lernfähigkeit von Tag zu Tag besser. Nun ist es für Übersetzungsroboter möglich, mehr als 7000 Sprachen und Dialekte präzise zu übersetzen.

Mithilfe dieser Technologie können Übersetzungsagenturen zuverlässige Übersetzungen in kürzerer Zeit liefern.

Übersetzungsdienstleistungen der Zukunft

Heutzutage arbeiten Forscher und Experten an den Übersetzungsdiensten der Zukunft wie Sprachübersetzung und neuronale maschinelle Übersetzung (NMÜ, eng. Neural Machine Translation oder NMT).

Lassen Sie uns diese beiden zukunftsorientierten Lösungen für die Übersetzungsbranche im Detail betrachten.

Sprachübersetzung

Die Sprachübersetzung ist ein noch nicht ganz ausgereifter Prozess. Und das aus gutem Grund: Diese neue Technologie erfordert die Beherrschung von drei großen Schritten:

  1. Spracherkennung und Sprachanalyse
  2. Übersetzung (mithilfe eines Tools mit Übersetzungsspeicher)
  3. Synthetische Sprachausgabe

Diese Schritte müssen für alle Wortgruppen, die innerhalb von Zehntelsekunden ausgesprochen werden, genauestens durchgeführt werden.

Neuronale maschinelle Übersetzung

Die neuronale maschinelle Übersetzung (oder Neural Machine Translation auf Englisch) ist eine Technologie, die auf künstlichen neuronalen Netzen basiert. Diese hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Sie arbeitet mit Datenkorpora und je mehr Daten innerhalb dieser Korpora vorhanden sind, desto zuverlässiger sind sie. Die Datenkorpora umfassen Datensammlungen, Terminologie Datenbanken, Glossare etc.

Aktuell ähnelt  die neuronale maschinelle Übersetzung  eher einer menschlichen als einer computerunterstützten Übersetzung.

Für Übersetzer: Was ändert sich dadurch?

Die maschinelle Übersetzung ist die Zukunft der Übersetzung. Wenn sie genügend Fortschritte gemacht hat, ist es möglich, dass der Beruf des professionellen Übersetzers allmählich durch maschinelle Übersetzungswerkzeuge verdrängt wird.

Daher wird sich der Übersetzer immer mehr zum Posteditor entwickeln. Der Posteditor ist unverzichtbar für die Produktion von originalgetreuen Texten in einem gepflegten Stil und wird daher nie verschwinden.

Seine Aufgabe in der Zukunft? Grammatikfehler, falsche Bedeutungen oder Fehlinterpretationen in einem maschinell übersetzten Text erkennen. Um diese Aufgabe zu erfüllen, muss der Posteditor über echte Sprachkenntnisse sowohl in der Zielsprache als auch in der Ausgangssprache verfügen. Dank ihm kann der Roboter in Zukunft das gleiche Qualitätsniveau wie der Humanübersetzer erreichen.

Blick in die Zukunft der Übersetzung: Was Sie beachten sollten!

Auch wenn sich die technischen Fähigkeiten von Maschinen immer mehr denen von Menschen annähern, kann nichts das Wissen eines muttersprachlichen Übersetzers ersetzen. Die Begriffe im übersetzten Text sind manchmal sehr spezifisch und ohne vorheriges Studium des Fachgebiets wäre es unmöglich, diesen zu übersetzen.

Die neuronale maschinelle Übersetzung kann zwar einen Text kontextualisieren, um das am besten geeignete Wort zu wählen. Dennoch ist und bleibt eine terminologische und grammatikalische Kontrolle der Übersetzung unerlässlich, unabhängig vom Sprachenpaar.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass CAT-Systeme heute professionelle Tools sind, die in der Übersetzungsbranche zunehmend an Bedeutung gewinnen werden. Dennoch müssen Posteditor immer da sein, um das Ergebnis zu überprüfen.


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